Kanu-Verein Hamm
Vereinsgeschichte
Der KV Hamm kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit
zurückblicken, die bereits 1930, vier Jahre nach
der Gründung, den ersten Gewinn des Titels eines
Deutschen Meistertitels verzeichnete. Von Anfang an
widmete sich der Verein in umfangreichen Maße
der Jugendarbeit und konnte etliche deutsche Jugendmeisterschaften
gewinnen. Seit 1972 wird der Kanurennsport im Kanu-Ring
Hamm auf eine breitere Basis gestellt.
1926-1951
Gründung und Aufbau
Die günstige Lage an Lippe, Ahse und dem damaligen Lippe-Seitenkanal bot
1926 gute Vorraussetzungen für den Wassersport.
Rudern als Sport wurde schon seit Ende des 19. Jahrhunderts
betrieben, aber in den 1920er Jahren entdeckte die Jugend
das Paddelboot - zunächst als starrer, oft in Selbstbauweise
erstellter Kajak. Doch allmählich kam auch das
Faltboot auf, das die Mobilität entscheidend erhöhte.
Dem Lebensgefühl der Jugend kam damals dieser
Natursport sehr entgegen, denn man hatte sich, nicht
zuletzt duch die bitteren Erfahrungen des ersten Weltkrieges,
von den alten Konventionen und Zwängen gelöst
und strebte nach Freiheit, die man in den Natursportarten
wie dem Kanuwandern erfahren konnte. Der Reiz des Abenteuers
und der Entdeckungen in einem noch relativ kleinen Kreis
von begeisterten Sportlern zog besonders aktive Menschen
in seinen Bann.
 |
| Bootshaus 1926 |
Die Zeit der Gründung füllt ein eine Periode
der Aufbruchstimmung nach den Schrecken des ersten Weltkriegs,
den folgenden politischen Wirren und der heute nicht
mehr vorstellbaren aberwitzigen Inflation: Es war eine
politische Beruhigung eingetreten, und vor allem hatte
das Geld wieder einen wirtschaftlich festen Wert erhalten.
Der Verein wurde am 9. Juni 1926 im
damaligen Gasthaus Koch am Markt von dreizehn Kanufahrern
aus der Taufe gehoben. Der KV Hamm
war damit neben denen in Dortmund, Bochum und Münster
einer der ersten in Westfalen. Im Vorstand waren natürlich
vorwiegend ältere Mitglieder, die Jungen Leute
hatte wohl nicht den erforderlichen Rückhalt, um
das Pachtgelände vom Wasser- und Schifffahrtsamt
zu erhalten und die Finanzierung des bereits am
19. September 1926 eingeweihten Bootshauses
auf die Beine zu stellen.
Der Rennsport wurde mit der ersten Vereinsregatta
am 24. Oktober 1926 ins Leben gerufen. Am 2.
April 1927 wurde der KV in den Deutschen Kanuverband,
Bezirk Niederrhein, aufgenommen, damit konnten die jungen
Sportler auch an anderen Regatten, meist in Städten
an der Ruhr und am Niederrhein, teilnehmen. Der erste
Rennkajak "Grafschaft Mark" wurde 1928 getauft,
dem bald weitere Boote aus Hamburg folgten. Später
gründeten die Vereinsmitglieder Gebrüder Frek
einen Betrieb, aus dem dann viele der Rennboote stammten,
sozusagen von einer Hammer Werft.
 |
| Deutsche Meister 1930: Kurchinski/Michau |
Der Verein wuchs so stark, dass die drei Boxen samt
Umkleiden bald nicht mehr ausreichten. Bereits 1929
wurden die Erweiterung und ein Umbau fertiggestellt,
so dass nun 100 Boote untergebracht werden konnten und
ein gemütlicher Clubraum zur Verfügung stand.
1929 traten auch die ersten Erfolge im Rennsport ein,
unter anderem die erste Kreismeisterschaft im Einer,
1930 errang der KV Hamm drei von vier Kreismeistertiteln
des Kreises Niederrhein. Krönung war jedoch der
Sieg bei den "Deutschen Kanukampfspielen"
am 29. Juni 1930 in Breslau: Das Duo Kurschinski/Michau
wurde Deutscher Meister im Zweierkajak, der anschließende
Empfang am Hammer Bahnhof glich einem Triumpfzug vorbei
an den begeisterten Hammer Bürgern.
1931 und 32 waren die Kanuten noch auf internationalen
Regatten erfolgreich, so holte Faltbootspezialist Rudi
Müller in Wien und Passau jeweils den
ersten Preis in der Altersklasse. Doch nach der nationalsozialistischen
Machtergreifung konnte der Rennsport nicht mehr in diesem
Maße weiterbetrieben werden, der jugendlich Nachwuchs
war von den NS-Jugend- und Sportorganisationen nahezu
voll und unentrinnbar in Anspruch genommen.
Statt dessen blüte der Kanuwandersport: An den
damals häufigen großen Gemeinschaftsfahrten
wie der "Saarland-Treuefahrt" 1934, der "Ostlandfahrt"
1935 und der Olympia-Sternfahrt beteiligte sich der
KV Hamm. In der Regel wurden aber die heimischen Gewässer
Lippe, Ahse, Kanal und die mit der Bahn erreichbaren
Flüsse Ems, Weser, Mosel, Rhein und Donau befahren.
PKW standen nicht zur Verfügung, die Faltboote
wurden zerlegt und auf Bootswagen mit der Bahn im Gepäckwagen
transportiert. Acht Kilometer Lippe-aufwärts stand
am Schloss Oberwerries ein gepachteter Vereinszeltplatz
zur Verfügung, der erst 1970 aufgegeben wurde,
als die Automotorisierung die Vereinsmitglieder zu weiter
entfernten Zielen lockte.
Krieg und Zerstörung
Urlaub machten die KV'ler auf dem DKV-Zeltplatz am Niederrhein, wo sich oft eine große Vereinsgruppe zum Lagerleben traf.
Mitten in den Ferien erreichte hier am Vorabend des Kriegsausbruches 1939 etliche Vereinskameraden der Stellungsbefehl zur Wehrmacht. Viele sollten nicht wiederkehren oder fast ein Jahrzehnt in der Gefangenschaft zubringen.
Durch den zweiten Weltkrieg kam der Sportbetrieb
fast vollständig zum Erliegen. Der Bombenkrieg
der Alliierten schlug ganz besonders in Hamm zu, im
Herbst 1944 wurde das Bootshaus ein Raub der
Flammen, und mit ihm fast der gesamte Bootsbestand.
Wiederaufbau
Durch eine Verordnung der britischen Militärregierung
war der Kanu-Verein Hamm, wie alle anderen Vereine der
vier Besatzungszonen, aufgelöst worden. Eine Neugründung
wurde jedoch ermöglicht, am 1. Juli 1946
wurde die Wiedergründung mit rund 30 Mitgliedern
vollzogen. Vorsitzender wurde Georg Mückenhaupt,
der dieses Amt dann 25 Jahre innehatte.
Der Wiederaufbau des Bootshauses wurde als massives
Gebäude geplant, denn es war unmöglich, Holz
zu beschaffen. Opfer- und Einsatzbereitschaft waren
vorbildlich, im Sommer 1949 konnte der eingeschossige
westliche Seitenflügel eingeweiht werden.
Das Baumaterial konnte fast ausschließlich aus
Trümmergrundstücken beschafft werden und musste
durch Steinepicken und dann mit Handkarren und Pferdewagen
zum Baugeländen geholt werden. Im folgenden Frühjahr
wurde der zweigeschossige Mittelbau
begonnen, der im Herbst 1950 seiner
Bestimmung übergeben werden konnte. Rückzahlbare
Finanzhilfen, Kredite der Hammer Brauereien, Geld- und
Sachspenden der Mitglieder der Gönner, die Unterstützung
des Wasser- und Schiffahrtsamtes sowie der beinahge
grenzenlose Arbeitseinsatz der Mitglieder hatten diesen
Bau möglich gemacht.
1951-1976
1951 war gekennzeichnet durch das 25-jährige Jubiläum,
das nach den vergangenen Mühen mit großer
Begeisterung und starker Teilnahme der anderen Hammer
Vereine gefeiert wurde. Eine große Lampionfahrt
wurde veranstaltet, und auf einem Ponton im Kanal erfreute
eine Tanzgruppe die Festteilnehmer.
Kanurennsport
Im Jahre 1951 wurde der Rennsport wieder in größerem
Maße aufgenommen: Einige Vereinsmitglieder, unter
ihnen der Bootsbauer Willi Frek, hatten
in Eigenhilfe für den Verein einen Zweier- und
einen Vierer-Kajak gebaut. Mit dem Zweier belegten Günter
Milz und Emil Böhmer noch im gleichen
Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin einen
ausgezeichneten zweiten Rang. Der Erfolg blieb den Kanuten
treu, im folgenden Jahr wurden Achim Hirsch
und Herbert Kleiböhmer in Hamburg Deutsche
Meister über 10.000 Meter in der Juniorenklasse.
Vereinsboote gab es nur wenige, fast alle Rennfahrer
mussten hart sparen, um ihre Boote selbst zu finanzieren.
Probleme bereitete der Bootstransport zu den Regatten:
Erst als ein Anhänger beschafft wurde und der damalige
Kantinenpächter Henze darauf einen Aufsatz schweiste,
waren die Fahrten zu den Veranstaltungen gesichert.
Die Beliebtheit des Kanu-Rennsports in Hamm nahm zu:
Unter Trainer Theo Böhmer wurden
1954 14 Aktive verpflichtet. Weiterhin erfolgreich blieb
die Mannschaft Hirsch/Kleiböhmer, sie gewann in
diesem Jahr bei den Westdeutschen Meisterschaften den
Junioren-Zweier über 10.000 Meter.
Das "non plus ultra" waren damals Rennboote
aus Dänemark, das erste, nach den Eigentümern
Jochen Hirsch und Herbert Kleiböhmer "Jo-He"
benannt, wurde 1956 beschafft. Zu Saisonbeginn übernahm
Abert "Apitz" Frittgen das
Traineramt. Insbesondere durch sein Geschick im Umgang
mit jungen Menschen bekam die Mannschaft starken Zulauf.
Marianne Stengel (Mückenhaupt)
wurde Zweite bei den Westdeutschen Jugendbestenermittlungen.
In den Juniorenklassen waren es Heinz Aßhoff
und Friedhelm Hönemann, die bei
den Westdeutschen Meisterschaften in Essen und den Deutschen
Meisterschaften in Lübeck im Zweier jeweils die
Silbermedaille gewannen. Marianne Stengel gewann 1959
bei den Westdeutschen Meisterschaften den Junioren-Titel
im Einer und zusammen mit Marianne Biermann
(Stasiak) Gold im Zweier-Kajak. Silber gab
es für Heinz Aßhoff über 1000 Meter.
Die absoluten Höhepunkte blieben in den folgenden
Jahren aus, was sich 1964 änderte: Die Stärke
des KV Hamm lag in der Juniorenklasse. Bei den Deutschen
Meisterschaften in Duisburg errang der Vierer Horst
Szewczyk/Hartmut Heuer/Klaus Nillies/Heinz-Georg Schröder
den Sieg, ebenso ging der viermal-500-Meter-Staffelsieg
an den KV Hamm - mit Klaus Nillies, Hartmut Heuer, Werner
Beil und Horst Szewcyk. Von den Deutschen Jugendbestenermittlungen
brachten Jochen Schröder und Willi
Glade den Sieg im Schüler-Zweier mit nach
Hause.
In den kommenden Jahren musste die Rennmannschaft neu
aufgebaut werden, viele ältere Aktive gaben den
Rennsport auf. Es hieß, den Nachwuchs an den Rennsport
heranzuführen, in der Saison 1969 zeigten sich
die ersten Erfolge. Im Zweier gewannen Jochen
Schröder und Jürgen Moor bei den
Westdeutschen Meisterschaften. Im Zweier der weiblichen
Jugend B wurden Anette Juckenack (Intorp)
und Gudrun Grote (Schröder) Zweiter.
Bei der männlichen Jugend erreichter der Zweier
Norbert Schaeg/Reinhard Niggemann Platz
drei. Im gleichen Jahr wurde die Mannschaft Juckenack/Grote
bei den Deutschen Meisterschaften Dritte. 1970 und 71
belegte Grote bei den Landesmeisterschaften jeweils
die Plätze zwei und drei.
Mit der Gründung des Kanu-Rings 1972 starteten
die Leistungssportler gemeinsam mit dem Kanu-Club 48
und dem Paddel-Klub unter dem Namen Kanu-Ring e.V. Hamm.
Slalom und Wildwasser
 |
| Erster Slalom in Heessen 1956 |
Seit dem Auftachen der Faltboote, dei den starren Booten
hinsichtlich der Haltbarkeit, weit überlegen waren,
wagten sich die Kanuten schon früh auf die Wildflüsse;
Männer wie die Paddellegenden Franz von Alber und
Walter Frentz, die ihre Erlebnisse publiziert hatten,
fanden auch in Hamm begeisterte Nachahmer. Wildwasser
fand man aber nicht überall, und so nutzten man
die häufigen Wehranlagen im Flachland: Das Befahren
wurde durch Torstangen erschwert und dem natürlichen
Wildwasser angeglichen. Daraus entwickelten sich Wettbewerbe,
der Kanu-Slalom war geboren. Lippstadt mit seinen vielen
Wehranlagen spielte hier eine Vorreiterrolle.
In Hamm kam der Zufall dem Slalomgedanken zu Hilfe:
Durch den Bau des großen Lippewehres am Schloss
Heessen wurde der komplette Fluss abgeriegelt, das gesamte
Wasser presste sich durch die schmale Schleusenkammer
und entwickelte sich zu einem prächtigen Wildwasser.
Hier fanden ab 1956 dann auch Slalomveranstaltungen
statt. Nach der Fertigstellung der Wehranlage hatte
die Herrlichkeit dann ein schnelles Ende, das neue Wehr
war lebensgefährlich und unbefahrbar, trainiert
wird heute nur noch im Unterwasser. Dennoch hatte die
Begeisterung die Kanuten erfasst, unter der Leitung
von Heinz Standop bildete sich eine
erfolgreiche Slalomgruppe. Inzwischen verdrängten
die extrem haltbaren Kunststoffboote die Slalomboote
aus dem Wildwassersport total.
Slalomerfolge:
1962 Westdeutsche Meisterschaft im Wildwasser
2. Platz Heinz Asshoff
1963 Westdeutsche Meisterschaft im Wildwasser
3. Platz Heinz Asshoff
1964 Westdeutsche Wildwasser- Meisterschaft
2. Platz Rolf Nilljes
Westdeutsche Slalom-Meisterschaft
2. Platz Jürgen Rodegro
Deutsche Slalom-Meisterschaft
3. Platz Jürgen Rodegro
1965 Westdeutsche Wildwasser-Meisterschaft
1. Platz Rolf Nillies
1. Platz Günter Riethmeier (Jugend)
1. Platz Jugendmannschaft
Westdeutsche Slalom-Meisterschaft
2. Platz Jürgen Rodegro
1966 Westdeutsche Wildwasser-Meisterschaft
1. Platz Willy Nillies (Jugend)
Westdeutsche Slalom-Meisterschaft
1. Platz Hilde Schroer (jetzt Jasmer)
Deutsche Slalom-Meisterschaft
2. Platz Hilde Schroer
1967 Westdeutsche Wildwasser-Meisterschaft
1. Platz Rolf Nillies
2. Platz Hilde Schroer
Deutsche Wildwasser-Mejsterschaft
3. Platz Rolf Nillies
1967 Westdeutsche Slalom-Meisterschaft
1. Platz Hilde Schroer
1968 Westdeutsche Wildwasser-Meisterschaft
2. Platz Herren-Mannschaft
3. Platz Wolfgang Palsherm (Jugend)
Westdeutsche Slalom-Meisterschaft
2. Platz Hilde Schroer
Deutsche Wildwasser-Meisterschaft
3. Platz Heinz Standop (Altersklasse)
1969 Westdeutsche und Deutsche Slalom-Meisterschaft
3. Platz Hilde Schroer
1971 Weltmeisterschaften in Meran
Hilde Schroer (heute Frau Jasmer)
Start als Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft
Wandersport
Der Wandersport erlebte Anfang der 50er Jahre eine
große Wandlung: Zunächst wurde das Eisenbahnnetz außerordentlich
verbessert, und man erreichte viele neue Ziele, aber
erst durch die einsetzende Motorisierung wurde die Beweglichkeit
bedeutend erweitert. Zuallerest durch gemeinsame Busreisen,
bei denen Faltboote und Zelte mitgeführt wurden,
und die zu vorher nicht erreichbaren Zielen führten,
in die Alpen, nach Österreich, Italien, Joguslawien
und ganz besonders ins beliebte Südfrankreich.
Solche Reisen waren ganz besonders gefragt und förderten
ein enges Gemeinschaftsgefühl. Die Ziele waren
große Ströme, aber auch kleine Flüsse,
die in jenen Jahren noch weitgehend unverbaut und von
besonderem landschaftlichen und sportlichen Reiz waren.
Der Freizeitboom hatte die Massen noch nicht erfasst,
so dass die Kanu-Sportler meistens unter sich waren.
Man konnte sehr lange Strecken fahren und traf auf zauberhafte
Reviere, Zelten war ziemlich unbegrenzt in der freien
Natur möglich. Auf dem Wasser traf man Gleichgesinnte
aus ganz Europa, und es entwickelten sich oft jahrzehntelange
Freundschaften.
Das eigene Auto brachte dann eine starke Individualisierung
mit sich. Der Wohnwagen kam auf, das Campingplatzwesen
breitete sich aus und eroberte manchen ehedem weitabgeschiedenen
Flecken. Wenn auch manche besonders attraktive Flecken
bisweilen Kirmesplätzen gleichen, übt der
Kanuwandersport noch immer einen großen Reiz aus,
denn auf dem Fluss sind die Kanuten meist nach wenigen
Minuten unter sich und in der freien Natur.
1976 bis heute
Über 30 erfolgreiche Jahre nach Beendigung des
zweiten Weltkrieges fanden mit dem 50-jährigen
Jubiläum ihren Höhepunkt. Das Fest wurde vom
11. bis 13. Juni 1976 - nach umfrangreichen Erneuerungen
am Bootshaus - im großen Rahmen begangen, mit
Josef Heimann, Heinz Michau,
dem Ehrenvorsitzenden Georg Mückenhaupt, Rudi Müller,
Max Seewald und Willi Stracke konnten nach 50 Jahren
noch sechs der Gründungsmitglieder zu den Feierlichkeiten
begrüßt werden.
Der Kanu-Verein und der Kanu-Ring Hamm
Im Jahre 1972 waren es der Kanu-Club 48, der
Paddel-Klub und der Kanu-Verein, die sich aufgrund
eigener Überlegungen und auf Anraten der Stadt
Ramm zu einer Renngemeinschaft für Kanu-Leistungssport
zusammenschlossen. Zum ersten Vorsitzenden wurde bei
der Gründung Friedhelm Böning vom KC 48 gewählt.
Die DJK-Wassersport trat 1975 und der
Kanu-Club Heessen 1978 dem neugegründeten
Kanu-Ring e.V. bei.
Nicht nur die Sportler konnten so leistungsgerecht
eingesetzt werden. Auch die öffentlichen Mittel
der Stadt wurden gezielt an den Kanu-Ring weitergeleitet.
Erster Sportwart und Trainer wurde Heinz Aßhoff
vom Kanu-Verein. Zusammen mit den Ubungsleitern der
Trägervereine, für den Kanu-Verein war es
Herbert Kleiböhmer, gelang es ihm bereits 1974,
die erfolgreichste Nachwuchsmannschaft im Deutschen
Kanu-Verband zu stellen. Die Führung des
Kanu-Rings lag viele Jahre in den Händen von Rolf
Nillies und Rita Müller, während
Wilhelm (Kasta) Hovermann für
eine hervorragende Geschäftsführung sorgte.
Heute wird der Kanu-Ring von Sabine Matzka und
Jürgen Schubert geleitet, auch Mitglieder
des Kanu-Vereins.
In den siebziger Jahren waren es immer wieder die
Namen Heike Standop (Kaupenjohann)
und Thomas Ritter, die bei den Meisterschaften
auf der Siegertafel erschienen und vom Kanu-Verband
auch international und bei Europameisterschaften erfolgreich
eingesetzt wurden. 1974 gewann Thomas Ritter
den Jugendeiner über 2.000 Meter, und Heike
Standop wurde Deutsche Schülermeisterin
im Vierer zusammen mit Ilona Pittruff,
Martina Richter und Marita
Thiemann, die dem Kanu-Club 48 angehörten.
 |
| 1975 deutsche Jugendmeister K IV 1500 m: Martin Matuszek, Peter Scheidsteger, Jörg Krämer, Thomas Ritter |
Thomas Ritter konnte 1975 seinen
Erfolg auf der 2.000-Meter-Distanz in der Jugendklasse
wiederholen. Die Stärke des Kanu-Rings lag in diesem
Jahr in den Mannschaftsbooten. Hier stellte der Kanu-Verein
zwei komplette Vierer. Über 2.000 Metersiegten Peter
Scheidsteger/Martin Matuszek/Uwe Krüger/Jörg Kränier.
Auf der Kurzstrecke saß für Uwe Krüger Thomas
Ritter im Boot. Er wurde 1976 Deutscher Meister
im Einer-Kajak der Herren Junioren über 6.000 Meter.
Eine starke Leistung zeigte 1977 Heike Standop
mit ihrer Zweierpartnerin Annegret Hegel
von der DJK-Wassersport. Sie gewannen in der Juniorenklasse
die 4.000 Meter und die Kurzstrecke über 500 Meter.
Eine Familiensache war 1978 der Junioren-Zweier der
Damen. Auf der 500-Meter-Strecke holten die Geschwister
Heike und Kirsten Standop die Goldmedaille.
Für einen Überraschungssieg sorgte 1980 Andrea
Beinrucker zusammen mit Kirsten Lockert
vom Kanu-Club 48 in der Klasse der Schülerinnen A.
Mitte der achtziger Jahre stellte der Erfolgstrainer
Heinz Aßhoff sein Amt zur Verfügung,
und im Kanu-Ring fand eine Umorientierung statt. Die
Titel bei den Deutschen Meisterschaften blieben zunächst
aus. Dennoch waren zahlreiche Leistungssportler des
Kanu-Vereins auf den Landesmeisterschaften sehr erfolgreich.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands war es für
alle westdeutschen Vereine schwer, dem starken Osten
Paroli zu bieten. Auch der Kanu-Ring musste hart kämpfen,
um wieder vorne mitmischen zu können. Dank der guten
Nachwuchsarbeit des Kanu-Vereins, die von den ausgebildeten
Übungsleitern Reinhard Niggemann, Angelika
Hein und der Rennsportwartin Ilona
Böcker durchgeführt werden, können jedes
Jahr zehn bis fünfzehn regattafähige Leistungssportler
an den Kanu-Ring weitergeleitet werden.
Die Kanupolo-Mannschaften
1980 bildete sich aus ehemaligen Rennsportlern eine
Polo-Mannschaft, die bereits 1987 mit einem 3.
Platz bei den Deutschen Meisterschaften aufwarten
konnten. Da 1991 fast alle Mitglieder ihren Bundeswehrdienst
leisteten oder beruflich verhindert waren, löste sich
die Mannschaft auf, ohne dass alle persönlichen Kontakte
verloren gingen.
1995 starteten die alten Freunde einen Neuanfang. Unter
Federführung von Theo Sudhoff, Olaf
Rosenkranz und Thomas Stasiak
entstanden neue Mannschaften aus erfahrenen Sportlern
und neuen Schülern und Jugendlichen. Auch aus benachbarten
Vereinen schlossen sich erwachsene und jugendliche Kanuten
an. Schon beim ersten Turnier, 1996 in Philippsburg,
ergab sich ein überraschender 1. Platz. Weitere Spieler
fanden den Weg zu unserem Verein.
1997 entstand unser Logo "Green Devils".
Seitdem begleitet uns auch unser Maskottchen. Am 27.
und 28. September 1997 fand in der
Traglufthalle das erste Kleinfeld-Turnier in
Hamm statt. Hier startete auch unsere erste
eigene Schülermannschaft, von der heute noch alle Mitglieder
in unserem Verein sind.
Im folgenden Jahr schlossen sich viele Münsteraner
Studenten unserem Verein an. Wir konnten nun auf zahlreichen
Turnieren zwei Herren-Mannschaften, eine Damenmannschaft
und eine Schülermannschaft stellen.
Am 17. und 18. April 1999 wurde das zweite Turnier
in Hamm veranstaltet. Zum ersten Mal im Frühjahr bekam
es eine andere Gewichtung. War es im ersten Jahr ein
reines Spaßturnier im Herbst, so wurde es nun ein erstes
Aufeinandertreffen nach der Winterpause. Die teilnehmenden
Mannschaften wurden nun von Jahr zu Jahr zahlreicher.
Im Jahr 2000 fand das Turnier am 15. und 16. April statt.
In zwei Tagen hatten wir 46 Spiele oder 23 Stunden Kanu-Polo
in Hamm. Die Jugendmannschaft gewann in diesem jahr
den siebten Platz der Deutschen Meisterschaften, die
mit dem KC-Wetter startende Damenmannschaft wurde Dritter.
 |
| Sebastian Schubert in Krakau 2005 |
Kanu-Slalom
Auch in der jüngeren Vergangenheit zog der Kanu-Verein Spitzensportler im Kanu-Slalom für den Deutschen Kanvu-Verband groß.
1991 kämpfte Carsten Nillies um die Teilnahme an den olympischen Spielen in Barcelona. Der damals 21-jährige
Angehörige der Sportförderkompanie der Bundeswehr gehörte zum engsten Favoritenkreis auf dem Weg nach Olympia und gewann im September
auf der Oetztaler Ache sein erstes A-Ranglisten-Rennen.
Mit Sebastian Schubert, der 2005 in Krakau Junioren-Europameister wurde,
sorgt erneut ein Hammer Kanut für internationale Erfolge.
1982 Deutsche Meisterschaft
Carsten Nillies Kl Slalom Schüler B
1988 Junioren-Weltmeisterschaften in Seu d‘Urgell
Carsten Nillies startet in Kl für die Deutsche Nationalmannschaft
1987-1990, 1994/1996 Deutsche Pokal-Mannschafts-Meisterschaften
Jürgen Schubert und Carsten Nillies erreichen mit der Kanu-Ring-Mannschaft
sechsmal die Plätze eins bis drei
2005 Junioren-Europameisterschaft in Krakau
Sebastian Schubert siegt im K1 der Herren und holt Platz drei mit der Mannschaft
Deutsche Pokal-Mannschafts-Meisterschaft
Sebastian Schubert gewinnt mit dem Team des Kanu-Rings Hamm
Sebastian Schubert wird Deutscher Meister der Junioren im K1
Florian Schubert wird Westdeutscher Jugendmeister im C1
Sebastian Schubert wird mit der Mannschaft des Kanu-Rings Westdeutscher Meister im K1
2006 Junioren-Weltmeisterschaft in Solkan
Sebastian Schubert gewinnt mit der K1-Herrenmannschaft und wird zweiter im K1
Junioren-Europameisterschaft 2006 in Nottingham
5. Platz von Simon Auerbach und Florian Schubert mit der C2-Herrenmannschaft
11. Platz von Simon Auerbach und Florian Schubert im C2
Deutsche Meisterschaften 2006
Sebastian Schubert siegt im Junioren-K1 und wird 2. bei den Herren.
2. Platz von Simon Auerbach, Nils Jansen und Sebastian Schubert mit der K1-Junioren-Mannschaft
2. Platz von Simon Auerbach und Florian Schubert im C2 der männlichen Jugend
Deutsche Pokalmeisterschaft für Vereinsmannschaften
2. Platz von Maren Alberti, Simon Auerbach, Nils Jansen und Sebastian Schubert
Sebastian Schubert gewinnt die „Dutch Open“ im Herren-K1
Sebastian Schubert gewinnt in Meran im Junioren-K1
Sebastian Schubert gewinnt in Bratislava im Herren-K1
Sebastian Schubert gewinnt die „Dutch Open“ im Herren-K1
Hans Reuter, Rita Müller, Olaf Rosenkranz, Jürgen Schubert, Mathias
Schwenke.
|